Das Ego

Die großen Psychoanalytiker Freud, Adler und Jung haben zum Ego sehr interessante Theorien die zweifelsohne auch heute noch Bestand haben beschrieben. Dennoch bin ich mir sicher, dass die „Wahrheit“ in einer Durchmischung dieser und weiterer Aspekte und Feststellungen besteht.

Betrachte deshalb Nachfolgendes als meine freie Interpretation:

Das Ego ist meines Erachtens nach nicht gleichzusetzen mit dem Begriff ICH (korrekte Übersetzung), sondern es ist ein Teil unseres Ichs.
Ganz sicher ist es der Teil, der lange Zeit wichtig ist um wahrzunehmen wer ICH bin. Doch ist aus spiritueller und esoterischer Sicht nicht das EGO gleichzusetzen mit dem ICH.

Der Spirituelle Mensch sagt vielmehr: „Ich bin meine Seele!“

Wenn also im Umkehrschluss meine Seele ICH bin, wer ist dann der Rest? Der Rest (Freud kennt Überich, Ich, Es, etc.) wie der weibliche und männliche Anteil, das innere Kind, das höhere Selbst, und so weiter – wer oder was ist das?

Beginnen wir mit dem EGO- wer ist ES?
Das EGO ist der Teil, der sich all der Dinge bedient, die „Es“ gerade braucht. Ich benenne das EGO absichtlich als ES… nachfolgend wird vielleicht klar warum. Warum bedient sich das EGO vieler Aspekte des Lebens?

Es macht dies, um sich darzustellen, sich zu schützen, das darzustellen, was dem eigenen Bild entspricht, wie beispielsweise Mann oder Frau sein, machtvoll oder schön sein, kraftvoll oder graziös, und so weiter.
Doch schaltet es alles aus, was seine Wahrnehmung stören könnte, beziehungsweise das ICH gefährden könnte:

  • So schaltet ES beispielsweise Gefühle, Emotionen und alles andere aus, wenn die Gefahr besteht, dass diese Dinge stören könnten. Vor allem die Liebe aus dem Herzen wird so blockiert.
  • Ebenso schaltet es die Bedingungslosigkeit aus. Denn die existiert für das EGO nicht, denn ES bewertet, und in der Bewertung liegt keine Bedingungslosigkeit.

Ein Mensch mit einem ausgeprägten EGO nimmt wahr, dass er groß, schön, athletisch, einfach cool ist. Nun begegnet ihm eine Vorgesetzte, die jung, hübsch und blond ist. In seinen Augen ist es eher Beute als die berechtigte Vorgesetzte. Was tun? Er zeigt wer er ist, der coole Macho und gerät dabei unter Umständen in die Falle. Es wird ihm deutlich gemacht wo seine Grenzen sind. Ärger, Wut, Enttäuschung und viele andere höchst emotionale Dinge (in Jungs Sprache „Schatten“) bringen nun Bewegung in die Sache. Das Ego wird nun versuchen Gegenmaßnahmen wie Ignoranz, Verleumdung, Scharm, u.vm. einzusetzen um die eigenen Attribute nicht in Frage zu stellen.

Ein sicher übertriebenes Beispiel (was zweifelsohne oft vorkommt), aber auch in weniger drastischer Weise ist es sicher jedem bekannt.
Warum ist dies so?  Warum will das EGO genau dieses Bild aufrechterhalten. Die umfassende Erklärung würde hier zu weit gehen, doch seien hier ein paar Gründe genannt:

  • Das Vater- oder Mutterbild. Sehr oft übernehmen wir das an Konzepten was unsere Erzieher uns vorgelebt haben. Es sind unsere Vorbilder, also muss das alles gut sein.
  • Männliche und Weibliche Energien. Das Bild, was wir selbst vom anderen Geschlecht haben beeinflusst natürlich sehr unser Ego und umgekehrt. Das Ego will sich und sein Bild des Ichs behaupten (siehe Beispiel Blondine)
  • Die so genannten Archetypen/ Urbilder (Göttin, Weiser, Priester, Krieger ...) sind laut Psychologie und Psychoanalytik von unserer Entstehung an angelegt. Diese Grundschwingungen beeinflussen uns.
  • Das Innere Kind, stark oder verletzt, alles was wir in der Kindheit (jetzt und in früheren Inkarnationen) gesammelt haben, beeinflusst uns sehr.

Diese Dinge bestehen, und dessen ist ES sich bewusst. Der Macho hat sich hervorragend entwickelt, er strotzt vor Selbstvertrauen und nun kommt diese blonde Zicke und will ihm sagen was er zu tun hat. Und plötzlich kramt seine Erinnerung das Bild einer Lehrerin seiner Schulzeit hervor, blond, zickig. Er hatte einen Streich gespielt und musste zur Strafe den Raum verlassen. Da ist sie wieder, es droht Gefahr („ES“). "Schütze dich" - schreit es geradezu in ihm…

Das Ego reagiert mit einer Vielzahl an Mechanismen wie der Bewertung, der Erzeugung von Ängsten, der Isolation, der Trennung, der Darstellung und Präsentation seiner Selbst...

Wann setzt das Ego diese Mechanismen ein?

  • Dann wenn das eigene „Ich Bild“ das aus einem Konstrukt oder einem Konzept aus Bewertungen besteht, gefährdet ist
  • Bei Einflüssen von Außen
  • Bei neuen Konzepten
  • Bei Resonanzen

 

Ich dachte früher, dass das Ego eine Erfindung der Theoretiker ist. In vielen Sitzungen erlebte ich dann Erstaunliches!

Ähnlich wie die Inneren Anteile Kind, Frau und Mann ist auch das Ego oft als eine deutliche Energie wahrnehmbar. Visualisationsfähige Klienten sehen dann oft ein personifiziertes Ego, einen schwachen Mann, einen Kraftprotz, eine schwächliche Frau, ein Monster, ein riesiges Tier…

Selten ist das Ego kommunikativ. Es wehrt sich gegen jegliche Versuche genaueres über Es zu erfahren, frei nach dem Motto: „das geht euch nichts an“.

Doch meist entdeckt man hinter einer rauen Schale etwas völlig anderes. Das Ego zeigt plötzlich, dass es ebenfalls durch Prägungen der Vergangenheit davon ausging, das Ich schützen zu müssen. Wie im Beispiel der Blondine hat Es erlebt, das das Ich angreifbar, verletzbar ist. Und diese Erkenntnisse, diese Erfahrungen sind so zu sagen Gesetz.
Das Ego sieht es als seine Pflicht, das Ich zu schützen und so wird versucht jede Situation so zu gestalten, dass Verletzungen und Ängste vermieden werden, die Rollen gestärkt werden, Schatten verschlossen bleiben, Masken aktiv sind und so weiter. Und unser Ego, genährt durch unseren Verstand der immer neues Futter gibt das belegt wie böse die Welt ist, wächst und wächst. So entwickeln sich wahre Energiemonster die erst in Frage gestellt werden, wenn sich besondere Dinge ereignen.

In der Rückführungsarbeit ist es eine besonders anspruchsvolle Arbeit, das Ego dazu zu bewegen, aus seiner Deckung heraus zu kommen, sich in die anderen Inneren Anteile einzureihen und sich letztlich integrieren zu lassen.
Das Ego darf nicht bekämpft werden, es muss angenommen, anerkannt, geheilt und letztlich integriert werden. Es gehört zu uns, auch wenn der Mensch die einzige Lebensform ist, die diesen Anteil in dieser Ausprägung trägt.  
Das Ego darf nicht isoliert betrachtet werden. Schatten, Rollen und Masken, Mann, Frau, Kind und alle anderen Aspekte stehen in Wechselwirkung miteinander. Nur eines zu betrachten führt zu neuem Ungleichgewicht. Getreu der Aussagen zum Resonanzgesetz müssen wir das betrachten was sich uns im jetzigen Moment vorstellt.

Das liebevolle Betrachten und Annehmen, das Heilen und Integrieren führt zu immer größerer Ausgeglichenheit und letztlich zum Zustand des Eins Seins.

 

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